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Waschhalle, Tuttlingen

Georg Huber ist kreuz und quer durch Deutschland gefahren, ist im Regenzeug in 30 Waschstraßen gestanden, hat mit allen relevanten Herstellern von Waschanlagen gesprochen, Angebote seziert, akribisch Betriebskosten für alle Anlagekomponenten in Excel-Listen berechnet. Seit 5. Oktober 2015 arbeitet eine SoftLine²-Anlage von WashTec in der 55 Meter langen Waschhalle in Tuttlingen.

Warum? „Ich verkaufe Sauberkeit“,entgegnet der 34-Jährige. Er ist Perfektionist, deshalb ist er überzeugt, dass nur die Lineartechnologie ein perfektes Wasch- und Trocknungsergebnis bietet und zudem mit den geringsten Betriebskosten zu betreiben ist. Er sagt dies beim Gespräch in seinem auf das Notwendigste ausgestattete Büro aus Überzeugung und nicht, weil ihm der Gebietsverkaufsleiter von WashTec gegenübersitzt. „So jemanden bin ich in unserer Branche noch nie begegnet“, erzählt Markus Schmoll, Gebietsverkaufsleiter bei WashTec. Dabei beschäftigt sich Georg Huber erst seit zwei Jahren mit der Branche. Zwei akademische Titel, Auslandsaufenthalte, Managementposition im Vetrieb mit Führungsverantwortung für 120 Mitarbeiter - und dann im Blaumann in der Waschstraße. Kein Karriereknick, sondern der Beginn von Kontinuität. 14 Umzüge in einem jungen Leben, im Sommer kündigte sich der erste nachwuchs an, da war es für Georg Huber an der Zeit Wurzeln zu schlagen - in Tuttlingen.


Eine Waschstraße zeichnen


Dort ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen, dort leben seine Eltern. Und dort hat die Familie noch ein Gewerbegrundstück. Unweit des Bahnhofes, aufgeschüttet auf den Trümmern des Zweiten Weltkrieges, in zweiter Reihe gelegen, nicht direkt an den Durchgangsverkehr angeschlossen und zudem für eine gewerbliche Bebauung ungünstig geschnitten. „Lass` uns mal darauf eine Waschstraße zeichnen“, meinte sein Vater – nicht ganz unerfahren in der Branche. Er hatte früher selbst zwei Waschstraßen betrieben. Dennoch schien es nie, dass sein Sohn es ihm nachtun würde. Georg Huber machte sich daran, nicht nur eine Waschstraße zu zeichnen, sondern gründete seine Existenz, ausgestattet mit großer methodischer Kompetenz, betriebswirtschaftlicher Erfahrung, Marketing- Know-how, großer Neugier an technischen Lösungen und Unbefangenheit – und einem Ziel: mit der Waschstraße nachhaltig das Familieneinkommen zu sichern. Er analysierte das Verkehrsaufkommen, die Verkehrsflüsse, die örtlichen Mitbewerber hinsichtlich Ausstattung, Leistungen und Standort,bewertete beispielhafte Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Waschstraßen, rechnete und rechnete und kam zum Schluss, dass er bei einem konservativ geschätzten Umsatz von 40 000 Wäschen im Jahr seinen Schreibtisch bei einem Aufzughersteller gegen das Bedienpult in einer Waschhalle tauschen möchte.

Ziel: regelmäßige Kunden

Tuttlingen, 34 000 Einwohner, Kreisstadt, Mittelzentrum der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Was sich nach Provinz liest, ist tatsächlich mit 600 Unternehmen die Welthauptstadt der Medizintechnik und eine prosperierende Kleinstadt. Vor Ort gibt es nur eine etwas in die Jahre gekommene Waschstraße. Die nächstgelegenen liegen 15 beziehungsweise 30 Kilometer entfernt. Über den nahe gelegenen Aesculap-Platz fahren täglich bis zu 38 000 Fahrzeuge, 24 000 davon rauschen in beiden Verkehrsrichtungen an dem zwölf Meter hohen Werbeturm vorbei. Stadteinwärts ist die Waschhalle über einen Abbieger direkt anzufahren, stadtauswärts bedarf es einiger Ortskenntnis. Aber Georg Huber setzt nicht nur auf die Vorbeifahrenden, sondern vor allem auf die, die die Waschhalle gezielt regelmäßig ansteuern. Zur Eröffnung hat er an relevanten Standorten Großflächenplakate gebucht, eine mehrseitige Sonderveröffentlichung in der lokalen Wochenzeitung geschalten, mit Akribie die Website selbst suchmaschinenoptimiert und auf Facebook-Profilen Anzeigen eingeblendet. Die Kriterien: 18 Jahre und älter, mit einem Wohnort in Tuttlingen oder in einem Umkreis von zwölf Kilometern. Mit Erfolg. Seit der Eröffnung hat er mehr als 6 000 kostenfreie Kundenkarten ausgegeben. Trotz der kostenfreien Ausgabe funktioniert die Kundenbindung. Inhaber der Kundenkarte sparen bei einem „Spezialwerk“ (12,80 Euro) einen Euro, bei einem „Meisterwerk“ (15,80 Euro) zwei Euro. Zudem erhalten die Inhaber der Karte für vier Euro ein Reinigungstuch, das bei jeder Durchfahrt gegen ein sauberes getauscht wird – erlebbare Sauberkeit. Über den aufgedruckten Barcode kann die Kundenkarte zudem als Prepaid-Karte genutzt werden. Trotz einem Bonus von bis zu 20 Prozent rechnet sich für Georg Huber das Modell. Gibt ein Kunde ohne Karte durchschnittlich elf Euro pro Wäsche aus, sind es bei einem Kunden trotz Bonus zwölf Euro. Zudem fließen die Prepaid-Aufladungen direkt in den Cash-Flow. Und wer mit einer der auf 250 limitierten und personalisierten Kundenkarten vorfährt, der darf sich als VIP in der Waschstraße fühlen. Für Huber mehr als ein Marketing-Gag, sondern damit sensibilisiert er auch seine Mitarbeiter dafür, dass die Inhaber dieser Karte wichtige Umsatzträger und Multiplikatoren sind. Wie die benachbarte Post, die einmal im Monat die gesamte Flotte mit 30 Fahrzeugen durch die Waschstraße lässt. Örtlichen Handwerkern erklärt er die Technik und Vorzüge, da in der Waschhalle auch Kleintransporter bis 2,40 Meter Höhe durchfahren können und die Anhänger von der „Tiefergelegt-Fraktion“ führt er persönlich durch die Anlage, um ihnen zu demonstrieren, dass mit dem kunststoffbeplankten und 33 Zentimeter breiten Förderband keine Kratzer die Freude an den Alufelgen trüben und dank der Wasch- und Trocknungstechnologie, den SoftTecs-Bürsten und dem besonderen ShineTecs-Lackschutz das „Heilix Blechle“ keinen Schaden nimmt. Georg Huber weiß um das Unbehagen, das viele Menschen beim Besuch einer Waschstraße begleitet. Er setzt auf Großzügigkeit, Helligkeit und penible Sauberkeit. Die Vorwäsche taucht er in ein helles Licht von 500 Lux, die weißen Wände refl ektieren das künstliche Licht und auf der Fahrerseite scheint durch ein durchgehendes und großformatiges Fensterband natürliches Tageslicht in die Waschanlage.

Aber nicht nur auf das Wohlbefinden und die Aufenthaltsqualität für die Kunden, sondern auch an das seiner Mitarbeiter hat Georg Huber bei der Planung geachtet. Die Vorwäsche wird wind- und wettergeschützt in der Halle gemacht, auf das manuelle Hochdruckreinigen verzichtet er. Dafür hat er Turbo-Nozzles mit bis zu 70 bar Druck installieren lassen. Denn Georg Huber weiß: Das manuelle Hochdruckreinigen ist ein Knochenjob und er möchte noch einige Jahrzehnte Freude an seinem Meisterwerk haben.

Magazin tankstelle 05/2016